1. Juni 2014

Altbekanntes anders erzählt

Totenfrau
von Bernhard Aichner

Blum hat das Bestattungsinstitut ihrer Eltern übernommen, ist glücklich mit Mark verheiratet und hat 2 wunderbare Kinder. Doch das schöne Leben endet abrupt, als Mark bei einem Unfall tödlich verunglückt. Blum vergeht fast vor Trauer und entdeckt in Marks Sachen etwas, das ihr zu denken gibt und sie zum Handeln zwingt.

"Totenfrau" war mein erstes Buch von Bernhard Aichner und hat mir nach Startschwierigkeiten gefallen. Leider unterscheidet sich die Geschichte nicht sehr von anderen Thrillern und so blieb bei mir der "AHA!"-Effekt aus.

Die Geschichte wird zwar aus der Erzählerperspektive berichtet, jedoch erfährt man als Leser nur Blums Sichtweise. Und Blum ist keine Hauptfigur, die man direkt ins Herz schließt: kalt, weitesgehend emotionslos und unberechenbar ist sie. Für das Werk ist dies von Vorteil, für mich blieb sie dadurch auf Distanz. Die wenigen emotionsgeladenen Momente, die sie hatte, treten durch den Verlauf der Story in den Hintergrund.

Das Buch ist mit Klischees gespickt. Seien es die Täter, die Opfer oder der Racheengel, jeder erfüllt eine allzu bekannte und zu oft gelesene Rolle. Selbst der Schluss bildet dort keine Ausnahme. Die Enthüllung, die als Finale dienen sollte, entlockte mir nur eine hochgezogene Augenbraue, denn mir war durch den Verlauf schon früh klar, wer enthüllt werden wird.

Der Stil von Bernhard Aichner ist zu Beginn gewöhnungsbedürftig. Seine Sätze sind kurz, ja fast abgehackt und Details sucht man vergeblich. Dennoch zog mich etwas an diesem anderen Stil in seinen Bann und nach knapp 100 Seiten war ich so gefesselt, dass ich weiterlesen musste.

Fazit: ein solider Thriller, der aber Fans des Genres nichts neues bieten wird. Daher kann ich das Buch nur eingeschränkt empfehlen.

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