Samstag, 31. Mai 2014

aufwühlend und beklemmend

Stimmen in der Nacht
von Laura Brodie

Maggie, 5 Jahre alt, hört eines Abends Stimmen vor ihrem Fenster. Ihre Mutter, Professorin am College, erkennt 3 Studenten und geht hinaus, um sie in die Schranken zu weisen. Was dann passiert, ist das einschneidenste Erlebnis in Maggies Leben. Neun Jahre und viele Therapiestunden später fühlt sich das Mädchen im Matheunterricht nicht wohl. Ob die neue Lehrerin daran schuld ist? Und überhaupt: warum schaut die Lehrerin sie nicht an?

"Stimmen in der Nacht" war mein erstes Buch von Laura Brodie und es hat mich begeistert. Die Autorin geht ein heikles Thema an und schafft es durch eine gefühlvolle und gleichzeitig schonunglose Erzählweise ihren Leser zu fesseln und zu schockieren.

Zur Geschichte möchte ich nicht allzu viel sagen, da sonst die gesamte Spannung der Erzählung hinüber wäre. Die Autorin versteht es sehr gut, mit den Gedanken und Vorstellungen ihrer Leser zu spielen. So konnte sie mich ein ums andere Mal hinters Licht führen. Das hat mich sehr beeindruckt.

Die Story wird aus der Erzählerperspektive berichtet und konzentriert sich je nach Abschnitt auf eine andere Figur. So erlebt man verschiedene Blickwinkel und Hintergründe, mit denen man das Puzzle nach und nach zusammensetzen kann.

Der Stil von Laura Brodie ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise ist, wie schon erwähnt, geradeaus und schonungslos. Dennoch sind ihre detailreichen Beschreibungen nicht blutig oder eklig, sie konzentriert sich mehr auf das Warum. Das hat mir sehr gut gefallen.

Fazit: ein geniales Werk, das mich sehr beeindruckt hat. Eine klare Leseempfehlung.

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