Donnerstag, 8. Dezember 2016

Wenn Romantik die Stimmung killt...

Dornenkleid
(Cincinnati Band 2)
von Karen Rose
(928 Seiten)


Eine Leseprobe findet Ihr hier

„Wir gehören ihnen“ Dies ist der letzte Satz, den die junge Tala spricht, bevor sie an ihrer Schussverletzung stirbt. Marcus O'Bannion kann es nicht glauben. Vor seinen Augen wurde das Mädchen erschossen. Mit Hilfe von Detective Scarlett Bishop will der Journalist herausfinden, wer Tala das angetan hat. Und gerät dabei in Fänge, aus denen er nicht mehr entkommen kann.

„Dornenkleid“ ist der Nachfolger von „Dornenmädchen“ und konnte mich leider gar nicht überzeugen. Karen Rose ist dafür bekannt, Thriller und Romantik perfekt vereinen zu können, doch dieses Mal trieb sie mich mit den schmachtenden Andeutungen in den Wahnsinn.

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei folgt man neben Marcus und seinen Recherchen auch Scarlett und ihren Ermittlungen sowie dem Dunstkreis der Täter. Ich liebe solch eine Mischung aus verschiedenen Perspektiven, da sie immer wieder andere Blickwinkel auf die gleiche Tatsache bietet. Zudem hat es mich gefreut, FBI-Agent Deacon Novak wieder zu begegnen, der mir schon im Vorgänger sehr gut gefallen hat.

Die Autorin versteht es sehr gut über Andeutungen ihre Leser anzufixen und zum Weiterlesen zu animieren. Auch ich war sehr neugierig, was Tala mit ihrem letzten Satz gemeint hat und wie das Ganze mit Marcus' Vergangenheit zusammenhängt. Jedoch kam ich nicht mehr dazu, dies herauszufinden. Denn Karen Rose legte ihren Schmachtfokus auf Scarlett und Marcus.

Und hierbei spreche ich nicht von versteckten Blicken oder mal einem Seufzen, was ich passend gefunden hätte. Nein, hier wird sich über die noch nicht ganz kalte Leiche einer Jugendlichen angeschmachtet, der Sanitäter muss aufpassen, dass Scarlett nicht über ihn drüber hechtet, um sich an die nackte Brust von Marcus, der nach einem Schusswechsel behandelt wird, zu klammern und ich musste beim Lesen aufpassen, nicht auf den Schmachtspuren auszurutschen. Ich mag einen guten Mix aus Thriller, Spannung und Romantik. Doch hier war es recht bald einfach nur noch lächerlich kindisch.

Und genau dieses Figurenverhalten inklusive aller Andeutungen mit dem Holzhammer führten dazu, dass ich das Buch mit immer weniger Elan angefasst habe und schon nach 2 Kapiteln wieder weglegte. Ich kam einfach nicht in die Geschichte hinein und konnte auch keine Verbindung zu den Charakteren aufbauen. Es war einfach zu viel Romantik in der Luft. Schade!

Der Stil von Karen Rose ist gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise vermag zu fesseln und ihr Detailreichtum sorgt für die passende Atmosphäre.

Fazit: ich hatte Dornen in den Augen. Echt schade!

Samstag, 3. Dezember 2016

SUB-Abbau Extrem November 2016 oder Es geht doch!


(Quelle: freepik)


Hallo Ihr Lieben,

der November verabschiedet sich mit Sturm und Regen. Die besinnliche Zeit des Jahres naht und da sollte doch auch mein SUB versöhnlich mit mir sein, oder?

Abbau: 28

Aufbau: 3

Das macht einen Abbau von 25 Büchern. Wow! Gut, ich habe nicht im Ansatz so viele Bücher gelesen, sondern in einem Anfall von Aufräumwahn meinen SUB teilaussortiert. Und auch wenn ich es nie gedacht hätte: es befreit unheimlich. 

Da ich einen Abbau zu verzeichnen habe, schauen wir mal auf die Monatsaufgabe, die es zusätzlich zu lösen gab: Wiederhole die Aufgabe aus dem Monat, in dem du bisher den höchsten SuB-Abbau erzielt hast.

Dies war bei mir der Januar *hust hust* Und dort hieß die Aufgabe: erhalte nur so viele Bücher, wie du als monatliches Ziel angegeben hast. Mein monatliches Ziel lautet 3 Bücher. Somit habe ich auch die Zusatzaufgabe gelöst *Tuschgeräusch*

Hochmotiviert geht es in den letzten Monat! TSCHAKKA!

Eure Denise



Donnerstag, 1. Dezember 2016

90 Stunden bis zum Ende der Welt

Das Auge Gottes
(Sigma-Force-Reihe Band 9)
von James Rollins
(544 Seiten)


Eine Leseprobe findet Ihr hier

Ein Forschungssatellit der NASA stürzt in der Monoglei ab. Nicht nur, dass dieses Gebiet nicht gerade als US-freundlich gilt, der Satellit hat auch noch hochgeheime Technik an Bord. Sigma Force wird mit der Bergung beauftragt. Und die muss schnell von statten gehen, denn der Eye of God genannte Satellit hat ein verstörendes Bild aufgenommen: eine komplett zerstörte Ostküste der USA. Zeitpunkt der Zerstörung? 90 Stunden in der Zukunft!

„Das Auge Gottes“ ist der 9. Fall für die Sigma Force und hat mich so manchen Nerv gekostet. James Rollins ist bekannt für Spannung gepaart mit Wissenschaft, doch dieses Mal tritt beides zugunsten einer Schnitzeljagd in den Hintergrund. Und das war nicht immer überzeugend.

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei folgt man auf der einen Seite Gray und Kowalski, die auf der chinesischen Halbinsel gemeinsam mit Seichan nach deren Mutter suchen. Auf der anderen Seite sind Duncan und Monk gemeinsam mit einer Astrophysikerin und einem Priester unterwegs in die Mongolei, um nicht nur den Satelliten zu bergen, sondern auch einem uralten Rätsel auf den Grund zu gehen. Diese Mischung und die Perspektivenwechsel haben mir sehr gut gefallen. So kenne ich die Sigma Force und mag sie.

Jedoch hat James Rollins einen in meinen Augen fatalen Fehler begangen: er hat das größte und spannende Geheimnis direkt in den ersten Kapiteln gelüftet. Während man in den Vorgängern langsam auf das Unfassbare herangeführt wurde, haut der Autor es einem diesmal direkt mit dem Holzhammer um die Ohren. Sehr schade, denn so verpuffte der Effekt. Die Jagd nach dem Eye of God ist da leider nur eine bessere Schnitzeljagd mit schnellen Autos, Fliegern und viel Getöse. Jedoch konnte es mich nicht so mitziehen, wie ich es gewohnt bin. Schade.

Das Rätsel hingegen, um das sich der Priester Vigor kümmert, und dessen Ausmaß zu Beginn nicht absehbar war, hat mich begeistert. Ich fieberte mit der Forschertruppe mit, wollte die kleinen Rätsel lösen helfen und war fasziniert von der historischen Genauigkeit, die der Autor hier hat einfließen lassen. Und so hielt mich genau dieser Erzählstrang am Lesen.

Während ich an der ersten Hälfte des Buches fast verzweifelt bin, rieß mich der Thriller ab der Mitte wieder voll mit. Das Ende konnte mich ebenso überzeugen, auch wenn DER Rollins-Effekt gefehlt hat.

Der Stil des Autors ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist geprägt von Details, wissenschaftlichen Hinweisen und Action. Eine für mich sehr gute Mischung.

Fazit: auch wenn ich am Ende zufrieden war, ist die Sigma Force diesmal nicht komplett überzeugend gewesen. Mit Einschränkung kann ich das Buch empfehlen.

Montag, 21. November 2016

Macht führt zum Tod

Kontrolle. Macht. Tod.
von Klaus Schuker
(271 Seiten)


Eine Leseprobe findet Ihr hier

Privatdetektiv Molden soll herausfinden, wer hinter dem anonymen Anruf bei der Polizei steckt, mit dem ein junger Mann des Mordes beschuldigt wird. Nebenbei muss er selbst aufpassen, dass er sich nicht auf eine Affäre mit der verheirateten Greta Sommer einlässt, denn die Frau hat ihn im Sturm erobert. Je mehr Molden ermittelt, desto mehr dunkle Geheimnisse kommen ans Licht.

„Kontrolle.Macht.Tod.“ war mein zweiter Thriller von Klaus Schuker und hat mich leider nicht überzeugt. Während ich von „Engelsspiel“ sehr begeistert war, beschreitet der Autor hier nun so ruhige Wege, dass ich kurz davor war, Molden Amphetamin zu spritzen, damit er aus der Hüfte kommt.

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei folgt man nicht nur Molden, sondern auch den Opfern des Mörders und bekommt einen Einblick in die Gedankenwelt des Täters. Diese Mischung fand ich sehr ansprechend. Denn obwohl es durch diese Wechsel der Blickwinkel zu vielen Figuren kam, konnte ich dem Thriller zu jeder Zeit folgen. Echt klasse.

Die Charaktere tragen im Normalfall so einen Roman und tragen zum Gelingen oder Scheitern bei. In diesem Fall blieben sie für mich einfach nur blass, farblos und ohne Leben. Zwar beschreibt Klaus Schuker seine agierenden Figuren sehr gut und gibt ihnen eine Vergangenheit, jedoch konnte ich keine Beziehung zu ihnen aufbauen. Molden als Ermittler hat was von Columbo, kommt aber selbst für dessen Verhältnisse nicht aus den Puschen. Für mich war der Detektiv nur grau. Ein Gesicht unter vielen, keine Besonderheiten. Das ist zwar als Ermittler, der nicht auffallen darf, durchaus hilfreich, er blieb aber nicht mal in meinen Gedanken haften. Leider.

Die Story an sich ist ansprechend erzählt. Auch wenn mich der Ermittler nicht in seinen Bann ziehen konnte, war ich interessiert, warum die Morde geschehen sind. Doch dieses Interesse ließ mehr und mehr nach. Denn wenn alles Grau in Grau ist, was soll ich da noch herausfinden, ob es eine Leiche mehr oder weniger gibt. Denn die Opfer waren für mich durch ihre Blässe bedeutungslos und somit konnte ich auch nicht mitfiebern.

So legte ich das Buch dann auch gut 90 Seiten vor Schluss zur Seite, weil es mich einfach nicht mehr neugierig machte, was denn nun wie passiert ist. Und das ist echt schade, denn ich kenne von Klaus Schuker bessere Werke.

Der Stil des Autors ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist ruhig, gediegen und strahlt Bodenständigkeit aus. Ein Krimi für einen verregneten Nachmittag, wenn man sich einfach nicht aufregen mag.

Fazit: es hätte echt klasse werden können, aber diese Macht hatte der Thriller nicht. Schade!